Was lange währt ..... – wird
es endlich gut?
Der Werdegang der A 46 in fast 50 Jahren
Die Autobahnplanung hat eine lange und
wechselvolle Geschichte hinter sich, die bereits in den 1950er Jahren
ihre Anfänge hatte. Schon damals war absehbar, dass die B 7
auf Dauer ihrer Funktion als „Lebensader des
Sauerlandes“ nicht mehr gerecht werden würde. Im
folgenden Jahrzehnt wurden deshalb Planungen für eine
teilweise vierspurige Ersatz-Bundesstraße aufgenommen. Aus
ihr entstand im weiteren Verlauf die Gesamtplanung einer A 46 zwischen
Hagen und Brilon.
Der erste Abschnitt wurde 1976 - aus heutige Sicht
schon sehr früh - mit dem Teilstück vom Autobahnkreuz
Hagen/A 45 bis östlich des Seilersees mit der Anschlussstelle
Hemer freigegeben.
Hemer-Menden
Zwei Jahre zuvor war die Linie für den sich
anschließenden Abschnitt von Hemer nach Menden
förmlich bestimmt worden. Sie sieht eine Führung am
nördlichen Stadtrand von Hemer mit einer Untertunnelung des
Wohngebietes am „Stübbeken“ vor. Im
weiteren Verlauf ist eine Anschlussstelle an der B 7 an der sog.
Edelburg (Standort Fa. Grohe) vorgesehen, ehe das Hönnetal
zwischen Menden und Lendringsen mit einer Brücke
überspannt wird. Weiter östlich wird in der
Nähe des Waldfriedhofes über eine
Tunnelführung nachgedacht.
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| Verlauf und Netzwirkungen der A
46 zwischen Hagen und Brilon (schematische Darstellung) |
Menden-Neheim
Das Teilstück von Menden nach Arnsberg-Neheim hat gerade in
jüngerer Zeit für besondere Aufmerksamkeit gesorgt.
Auch hier ist eine Linienführung bereits in den 1970er Jahren
festgelegt worden. Sie verlief mitten durch den
ökologisch wertvollen Luerwald westlich von
Vosswinkel und sollte im Bereich des sog. Binnerfeldes in Neheim zur A
445 geführt werden. Mittlerweile sind sich jedoch
Gegner und Befürworter darüber einig, dass diese
Linie aus ökologischer und städtebaulicher Sicht
nicht mehr weiterzuverfolgen ist. Seit Ende der 1980er Jahre
wird deshalb nach einer neuen Linienführung unter Umgehung des
Luerwaldes und mit einer Anbindung an die A 445 im
Gemeindedreieck Arnsberg/Wickede(R.)/Ense gesucht. Als Ergebnis einer
Umweltverträglichkeitsstudie und unter Einbeziehung
städtebaulicher und verkehrlicher Gesichtspunkte wurde ein
konfliktarmer Korridor ermittelt, aus dem sich eine Linie 6a/b als
scheinbar optimal ergab. Mit ihr sollte der Luerwald nördlich
umgangen und im Bereich des Rolandsbogen im Ruhrtal an die Autobahn
angebunden werden. Nördlich von Vosswinkel war zum
Teil eine Tunnelführung vorgesehen und das Arnsberger
Industriegebiet „Gut Nierhoff“ sollte eine eigene
Anschlussstelle erhalten.
Bis Ende der 1990er Jahre schien dies die
konfliktärmste Trasse mit dem größten
Maß an politischer Zustimmung zu sein. Dann kam jedoch die
Europäische Vogelschutzrichtlinie zur Anwendung. Sie
führte dazu, dass ein Brutpaar des seltenen Schwarzstorchs im
nördlichen Teil des Luerwaldes in den Mittelpunkt der
Planungen rückte. Eine
Verträglichkeitsprüfung (FFH-VP) der Autobahnplanung
mit dem Schutz des Brutplatzes und des Nahrungshabitats musste her. In
ihr wurde der Frage nachgegangen, ob die Autobahn künftig den
Brutplatz im Luerwald von den Nahrungsquellen an den
Bachsystemen jenseits der Autobahn abtrennt. Ergebnis: Diese
Trennwirkung ist zwar nicht unbedingt wahrscheinlich, aber eben auch
nicht „mit der erforderlichen Sicherheit“
auszuschließen. Aufgrund dieser Unsicherheiten wurde die
Planung vorsorglich als unzulässiger, weil erheblicher
Eingriff in ein Vogelschutzgebiet gewertet. Er ist nur dann
zulässig, wenn es zu der Planung keine
verträglicheren Alternativen gibt. Die danach
notwendige Alternativenprüfung folgte mit einer Erweiterung
des Untersuchungsraumes für weitere Varianten nach Norden.
Dabei wurde eine neue Linie 12 mit einem Verlauf zwischen den Wickeder
Ortsteilen Wimbern und Echthausen erarbeitet, aus der
schließlich weitere Unter-Varianten 13-15 entwickelt wurden.
Gegen alle diese Alternativen entwickelten sich nun neue und erhebliche
Widerstände bei Naturschützen und Teilen der
Bevölkerung in Wickede/Ruhr und Ense.
Seit November 2009 liegt nun eine
Umweltverträglichkeitsstudie für diesen Korridor vor.
Ihr Fazit: Es gibt zwar keinen konfliktarmen Korridor, gleichwohl aber
ist eine Linienführung in dem schwierigen Abschnitt zwischen
Menden und der A 445 machbar. Damit könnten nun die
notwendigen Erkenntnisse vorliegen, um das Linienbestimmungsverfahren
in diesem Abschnitt nun endlich abzuschließen.
(Werl) – Neheim - Bestwig
Zwischen Neheim und Bestwig sind nach und nach immer wieder einzelne
Teilabschnitte der Autobahn unter Verkehr gegangen, darunter auch die A
445 als Anbindung nach Norden an die A 44 und die A 2. In der
topografisch und ökologisch schwierigen Situation im engen
oberen Ruhrtal ergaben sich hier für die Planer besondere
Herausforderungen. Die Ortslagen von Arnsberg,
Oeventrop/Freienohl und Meschede mussten jeweils am
gegenüberliegenden Talhang passiert werden. So wurden zwei
Großbrücken gebaut, die weite Teile des Tales mit
der Ruhr, der Oberen Ruhrtalbahn und der früheren
Bundesstraße 7 überspannten. Im Arnsberger und
Mescheder Stadtgebiet führt die Autobahn in Tunnellage mitten
unter den Ortsteilen Uentrop und Olpe hindurch. So sind
nachhaltige Impulse für die Ortskernentwicklung gesetzt
worden: In Olpe vermarktet die Stadt Meschede nun ein hochwertiges
Baugebiet für Einfamilienhäuser direkt an der
Autobahntrasse. In Olpe entstand eine Grünfläche mit
Sport- und Freizeitanlagen.
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Wo ist die Autobahn?
Tunnelüberdeckelung in Meschede-Olpe (l.) und Arnsberg-Uentrop
(Foto: Frye)
Den Werdegang der Autobahn in diesem Abschnitt
zeigt die folgende Übersicht:
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Bauabschnitt
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Länge
in km
|
Baukosten
in Mio. €
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Verkehrs-
freigabe
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Werl Nord – Wickede(Ruhr)
|
5,7
|
20,2
|
1972/73
|
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Wickede(Ruhr) – Arnsberg-Neheim
|
9,0
|
56,5
|
1984
|
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Neheim – Hüsten
|
3,9
|
29,6
|
1987
|
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Hüsten – Uentrop
|
8,4
|
85,8
|
1991
|
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Uentrop – Freienohl
|
4,7
|
73,3
|
2003
|
|
Freienohl – Wennemen
|
4,7
|
88,9
|
1999
|
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Wennemen – Meschede
|
7,1
|
35,3
|
1988
|
|
Meschede – Bestwig
|
5,5
|
62,6
|
1985
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Bestwig-Velmede - Nuttlar
Am 04. September 2009 erfolgte der 1. Spatenstich für den
Weiterbau am heutigen Ostende bei Bestwig-Velmede. Hier wird die
Autobahn in gerader Verlängerung auf der Nordseite des
Ruhrtales an Velmede, Bestwig und Nuttlar vorbeigeführt. Wegen
des hohen Bauaufwands mit u.a. der höchsten
Autobahnbrücke in NRW (Talbrücke Hameke mit 115 m
Höhe) muss mit einer Bauzeit von etwa 7 Jahren gerechnet
werden. Für die 5,6 km Autobahn und den 2,4 km
langen Zubringer zur B 480 werden 110 Mio. € Investitionen
veranschlagt.
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| In gerader Verlängerung des
heutigen Ende soll die A 46 am Nordhang um Bestwig geführt
werden (Foto: Frye) |
Nuttlar – Brilon/Winterberg
Östlich von Nuttlar verzweigen sich die
Verkehrsströme. Deshalb ist die Fortführung Richtung
Brilon und weiter über Alme und Bad Wünnenberg bis
zum Autobahnkreuz Wünnenberg/Haaren (A 44/A 33) als
Bundesstraßenlösung B 7/B 480 n vorgesehen. Geplant
ist hier eine kreuzungsfreie Trasse mit zusätzlicher
wechselseitiger Überholspur. Richtung Süden
wird der Verkehr vom A 46-Ende künftig über die B 480
Ortsumgehung von Olsberg und weiter nach Winterberg und Hessen
geführt. Diese Umgehung ist im Bau und wird voraussichtlich in
der 2. Jahreshälfte 2010 freigegeben.